
Wenn die Supernova plötzlich "blinkt"
n-tv
Es ist der Höhepunkt jahrzehntelanger Beobachtung und Theorie: Im vergangenen Jahr gelingt es Forschenden den Ablauf einer Supernova vollständig zu beobachten. In ihrer Analyse stoßen sie dabei auf Erstaunliches und lösen ein weiteres Rätsel um das Mysterium schwarzer Löcher.
Forschende haben erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen Supernovae und der Entstehung von schwarzen Löchern und Neutronensternen entdeckt. Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelang es, das seltene Spektakel in rund 75 Millionen Lichtjahren Entfernung zu beobachten. Dabei entdeckten sie nie gesehene Lichtveränderungen, welche laut einer in dem britischen Magazin "Nature" veröffentlichen Studie neue Beweise für die Entstehung schwarzer Löcher liefert.
Wenn ein Stern seinen Vorrat an Brennmaterial verbraucht hat, "stirbt" er. Die eigene Schwerkraft wird so stark, dass der Stern kollapsartig in sich zusammenfällt. Geschieht dies mit massereichen Sternen, kommt es zu einer großen Explosion - der Supernova. Übrig bleibt danach nur der extrem dichte Kern des Sterns. Je nach Masse kann dieser Überrest ein Neutronenstern sein, also ein Objekt, das so dicht ist, dass ein Teelöffel seines Materials auf der Erde etwa eine Billion Kilogramm wiegen würde. Oder er wird zu einem schwarzen Loch - einem Objekt aus dem nichts entweichen kann, nicht einmal Licht.
Lange Zeit wurde in unserer Milchstraße keine Supernova mehr gesehen. Hinweise auf die Abläufe einer Explosion von massereichen Sterne gibt es zwar bereits. In Echtzeit beobachtet wurde die damit zusammenhängende Entstehung Schwarzer Löcher jedoch nie. "In unserer Arbeit stellen wir eine solche direkte Verbindung her", sagte der Hauptautor der Studie Ping Chen. Denn im Mai 2022 hatten Forschende endlich Glück. In der rund 75 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 157 entdeckten sie die Supernova 2022jli. Bei der Untersuchung der Folgen stießen die Forschenden auf Erstaunliches.