
Skispringer sind auf der Suche nach der verlorenen Jugend
n-tv
Flugsaurier Markus Eisenbichler ist weg, der Nachwuchs kommt nicht hinterher - dem deutschen Skispringen könnten dürre Jahre bevorstehen. Von einem neuen Thomas Müller der Skisprung-Szene, von einem neuen Eisenbichler ist weit und breit nichts zu sehen.
Werner Schuster und Markus Eisenbichler zankten sich einst wie die Kesselflicker. Der Abschied seines einstigen Topathleten löst aber auch beim früheren Bundestrainer Wehmut aus - und Zukunftssorgen. "Skisprung-Deutschland muss die Ärmel hochkrempeln", sagt Schuster: "Es hat immer große Springer herausgebracht, aber das wird in den nächsten Jahren sicher kein Selbstläufer werden."
Noch läuft es: Am Wochenende sprang das deutsche Team beim Weltcup-Finale in Planica auf Platz zwei. Neben dem Thomas Müller der Szene, neben dem 33-jährigen Eisenbichler also, für den es der Schlussakt war, dabei: Pius Paschke, bald 35, Karl Geiger, immerhin 32, und als "Nesthäkchen" der 29 Jahre alte Andreas Wellinger, schon vor elf Jahren Olympiasieger - Veteranen mit zeitnahem Ablaufdatum. Dem neben Biathlon liebsten Wintersport-Kind der Deutschen drohen karge Zeiten.
"Wir werden die Stellung halten, bis wir von den Jungen abgelöst werden", sagt Geiger. Nur: Die Jungen sind kaum in Sicht. Und die Goldene Generation, die sich in der Schuster-Ära (2008 bis 2019) entwickelte, blutet aus: Severin Freund und Richard Freitag sind schon längst im Ruhestand, Eisenbichler und Stephan Leyhe folgten nun.