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Shell erwartet rasanten Anstieg bei LNG-Nachfrage
n-tv
Die deutschen LNG-Terminals sind derzeit nur schwach ausgelastet. Ungeachtet dessen prognostiziert der britische Ölkonzern Shell einen beachtenswerten Anstieg der Nachfrage nach Flüssiggas. Gleichwohl könnten geopolitische Spannungen das Wachstum bremsen.
Der britische Öl-Multi Shell erwartet bis 2040 einen Anstieg der Nachfrage nach Flüssiggas (LNG) um rund 60 Prozent. Treiber sind dabei das Wirtschaftswachstum in Asien, die Ausbreitung der energieintensiven Künstlichen Intelligenz (KI) und die Bemühungen zur Emissionsreduzierung in der Schwerindustrie und im Transportwesen.
"Aktualisierte Prognosen zeigen, dass die Welt mehr Gas für die Stromerzeugung, Heizung und Kühlung, Industrie und Transport benötigen wird, um die Entwicklungs- und Dekarbonisierungsziele zu erreichen", erklärte Shell-Manager Tom Summers bei der Vorlage des Jahresberichts. Ein deutliches Wachstum der LNG-Versorgung werde vom größten Exporteur, den USA, ausgehen, die bis 2030 möglicherweise 180 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen und damit ein Drittel der weltweiten Versorgung ausmachen werden.
Analysten erwarten, dass die USA und Katar zusammen mit dem massiven North Field-Erweiterungsprojekt in Katar, das 2026 in Betrieb gehen soll, bis 2035 rund 60 Prozent der weltweiten LNG-Versorgung bereitstellen könnten. Das Flüssiggas wird mit speziellen Schiffen transportiert. Im Jahr 2024 stieg der globale LNG-Handel allerdings wegen Einschränkungen bei der Entwicklung neuer Lieferungen nur um zwei Millionen Tonnen auf 407 Millionen Tonnen, was den geringsten Anstieg im letzten Jahrzehnt darstellt, wie aus dem Shell-Bericht hervorgeht.