![Viele Russen kommen nicht an ihr Geld](https://bilder3.n-tv.de/img/incoming/crop23157846/7561326707-cImg_16_9-w1200/5f2c358ab3e858dfbb247f4dc482adae.jpg)
Viele Russen kommen nicht an ihr Geld
n-tv
Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen des Westens lösen in Russland nach Augenzeugenberichten einen Run auf die Banken aus. Vor den Geldautomaten stehen die Menschen Schlange, um ihr Erspartes zu sichern. Oft müssen sie mit weniger nach Hause gehen, als sie eigentlich mitnehmen wollen.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und darauf folgenden westlichen Sanktionen gegen Banken haben Menschen in Moskau und anderen russischen Städten über erste Probleme beim Abheben von Bargeld geklagt. Ein Mann erzählte, dass er erst nach längerem Suchen in der Moskauer Innenstadt einen Sberbank-Automaten habe finden können, der 7500 Rubel (rund 80 Euro) auswarf. Ein Automat der Rosbank im Luxus-Kaufhaus "Gum", wo sonst auch Dollar und Euro gezogen werden können, gab keine Fremdwährungen mehr aus, wie der 41-Jährige sagte. Auch andere Moskauer berichteten von solchen Problemen. Vor den Geldautomaten bildeten sich lange Schlangen.
Ein Mann aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg schickte ein Foto von einem Automaten der Raiffeisen Bank, auf dessen Bildschirm stand: "Der Bankautomat ist vorübergehend abgestellt." Ein anderer Automat habe die gewünschte Summe von 50.000 Rubel (530 Euro) nicht ausgegeben - und stattdessen die Empfehlung angezeigt, es mit dem Abheben mehrerer kleinerer Summen noch einmal zu versuchen.
Als Reaktion auf den groß angelegten Angriff Russlands gegen das Nachbarland hatten sowohl die EU als auch die USA Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor verhängt. Von den US-Strafmaßnahmen waren sechs russische Banken - darunter das zweitgrößte Institut des Landes, die VTB Bank - komplett betroffen. Das bedeutet, US-Bürger und Firmen dürfen mit ihnen keine Geschäfte machen, ihr Vermögen in den USA - oder auch nur ihre Guthaben, die mit dem US-Finanzsystem in Berührung kommen - werden eingefroren. Zudem verbietet die Regierung allen US-Instituten, weiter Konten für das größte russische Geldhaus, die Sberbank, zu unterhalten.