
Hamburger Michel setzt für Spenden auf echte Michel-Groschen
n-tv
In der Corona-Pandemie ist Hamburgs berühmteste Kirche - der Michel - von der bundesweiten Solidarität überrascht worden. Nun setzt das Team weiter auf diese Verbundenheit und hat sich eine neue Aktion zum Spendensammeln ausgedacht. Dabei spielt Silber eine besondere Rolle.
Hamburg (dpa/lno) - Zu Beginn der Corona-Pandemie musste der Hamburger Michel SOS funken: Weil die Touristen ausblieben, fehlte jede Menge Geld. Mit der kreativen Aktion "Rettungsringe" konnte Hamburgs berühmteste Kirche ihr Überleben sichern. Mehrere Hunderttausend Euro an Spenden konnten so eingesammelt werden. Nun will das Michel-Team erneut an die Verbundenheit appellieren. Statt einer Patenschaft für den Rettungsring eines berühmten Bootes und einen virtuellen Michel-Groschen gibt es die Münze diesmal als Dankeschön zum Anfassen. "Wir haben sie jetzt drucken lassen und sie werden uns quasi aus den Händen gerissen", sagte Michael Kutz, Geschäftsführer der Stiftung St. Michaelis, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg über die neuen Münzen.
Das Besondere an der Münze: Sie ist auch aus echtem Michel-Silber. "Das ist der Rest aus unserer Tafelsilber-Sammelaktion. Auch der wird nun für die Groschen genutzt." Aus den Silberspenden von mehr als 400 Michel-Freunden wurden 2019 15 neue Abendmahlskelche hergestellt. Die Verarbeitungsreste wurden nun für den Michel-Groschen eingeschmolzen. Das kleine Geldstück aus Silber oder Kupfer ist im Dezember eigens geprägt worden und wird seit Februar an Menschen abgegeben, die regelmäßig spenden wollen und dabei mindestens 438 Euro beziehungsweise 219 Euro im Jahr geben. 800 Münzen wurden geprägt, rund 100 sind Kutz zufolge schon vergeben worden.
Wer auch eine haben möchte, muss nicht unbedingt zu den Ersten gehören. Der Michel-Groschen als Dankeschön für regelmäßige Spender ist - anders als die Aktion "Rettungsringe" - keine einmalige Sache. "Das ist auf Dauer angelegt."